Ettenheim  ·  Spitalgasse 2  ·  Altstadt  ·  Badisches Oberland

Der Farrenstall

Erbaut 1731  ·  Restauriert 1999 – 2002

Architekturbüro Franz Josef Henninger  ·  Baudokumentation in sechs Phasen

Farrenstall · Fachwerk und Stadtmauer Fachwerk & Stadtmauer
Farrenstall Ettenheim · Außenansicht Außenansicht · 2002
Farrenstall · Detailansicht 2002 Detail & Charakter

G E S C H I C H T E

Erbaut im Jahr 1731 vom Spitalschaffner der Stadt Ettenheim, steht der Farrenstall als stilles Zeugnis vergangener Jahrhunderte. Der Name verweist auf seine ursprüngliche Bestimmung: Farren ist das alemannische Wort für den Stier — hier hütete die Stadt Ettenheim ihren Gemeindefarren, den gemeinsamen Zuchtstier der Bürgerschaft.

Eingebettet in die innere Ringmauer der mittelalterlichen Altstadt, ist das Gebäude ein seltenes Beispiel ländlich-bürgerlicher Fachwerkarchitektur des frühen 18. Jahrhunderts im Badischen Oberland. Die alte Stadtmauer bildet noch heute einen Teil seiner Außenwände — Geschichte, die man buchstäblich anfassen kann.

Nach dem Ende der Stierstallnutzung um 1975 stand das Haus lange leer. Ein Landwirt nutzte es schließlich als Unterstand für Geräte und Maschinen — bis Hedwig Karl und Thomas Weiß das Potenzial hinter den verwitterten Balken erkannten und 1999 den Mut fassten, es zu wagen.

Unter Leitung von Architekt Franz Josef Henninger aus Ettenheim wurde das Gebäude bis 2002 in seiner historischen Substanz behutsam gesichert und zugleich für zeitgemäßes Wohnen ertüchtigt. Heute ist der Farrenstall ein lebendiges Zuhause — und die Geschichte seiner Mauern lebt in jedem Balken, in jedem Gefache fort.

Vorher · Oktober 2000 · Freilegung des Fachwerks im Innenhof
Nachher · März 2003 · Fertiggestellter Innenhof
Vorher · Oktober 2000
Nachher · März 2003

Zwei Jahre. Ein Versprechen.

Scrollen Sie, um den Wandel zu erleben.

B A U D O K U M E N T A T I O N

Sechs Phasen einer sorgfältigen Restaurierung

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1999 01

Ausgangszustand

Dokumentation des Bestands vor dem ersten Spatenstich. Jahrzehnte des Leerstands haben ihre Spuren hinterlassen — doch das Tragwerk steht, und die Geschichte des Hauses ist ablesbar in jedem Balken.

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1999 02

Freilegung & Abbruch

Das Haus gibt sich preis. Schadhafte Aufbauten werden entfernt, das historische Sichtfachwerk freigelegt. Was darunter zum Vorschein kommt, überrascht und verpflichtet zugleich.

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2000 03

Statik & Zimmerei

Die Zimmerei Hauser übernimmt das Holztragwerk: schadhafte Balken werden ersetzt, Verbindungen gesichert. Handwerk, das sich an fast 300 Jahre altem Vorbild messen muss — und besteht.

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2000 04

Dach & Gebäudehülle

Neuer Dachstuhl, Eindeckung, Fassade. Die Sandsteinarbeiten — präzise gefügt von Steinmetz Anno Siebert — gliedern die Fassade und setzen das Gespräch zwischen altem Mauerwerk und neuem Handwerk fort.

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2001 05

Innenausbau

Das Haus bekommt sein Innenleben. Schrodi Elektro zieht die Leitungen, Kuhner+Spengler die Sanitärinstallation. MARKO Ettenheim verputzt die Wände. Böden, Treppen, Fenster — Schicht um Schicht entsteht ein Zuhause.

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2002 06

Fertigstellung

Abschlussarbeiten, Schlüsselübergabe, Einzug. Familie Karl-Weiß zieht ein in ein Haus, das sie sich Balken für Balken erarbeitet hat. Nach 270 Jahren Stadtgeschichte beginnt hier ein neues Kapitel.

G E W E R K E

Handwerk und Herzblut — die Menschen hinter der Restaurierung

Ein Haus zu restaurieren ist Gemeinschaftswerk. Was zwischen 1999 und 2002 in der Spitalgasse entstand, verdankt sich dem Können vieler Handwerker — und dem unermüdlichen Einsatz der Bauherren Hedwig Karl und Thomas Weiß, die trotz vollem Lehrerjob jede freie Stunde in dieses Haus investiert haben.

Architektur Architekturbüro Franz Josef Henninger, Ettenheim
Zimmerei Zimmerei Hauser
Steinmetz & Sandstein Anno Siebert, Ettenheim
Sanitär Kuhner+Spengler
Elektro Schrodi Elektro
Gipserei MARKO, Ettenheim
Bauherren Hedwig Karl & Thomas Weiß — mit freundlicher Unterstützung von Familie Karl-Weiß, Freunden und befreundeten Handwerkern

G A L E R I E

Bilder aus drei Jahren Restaurierung

„Seit 2002 ist der Farrenstall Heimat — ein Ort, der immer auf einen wartet."

Hedwig Karl und Thomas Weiß haben diesem Haus ihr Herzblut gegeben. Ihre Söhne Lukas, Frederic und Peter sind hier aufgewachsen — mit alten Balken, dem Geruch von Holz und dem Blick auf die mittelalterliche Stadtmauer. Die Einliegerwohnung war viele Jahre das Zuhause von Oma Sophia. Heute ist der Farrenstall wieder Familienheim der Familie Karl-Weiß. Mehr als Architektur — ein Versprechen an die Zukunft, das seit 1731 steht.